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Dima Dobrovolskij

1983 in Lettland geboren | ab 1997 in Berlin lebend

Vita

Dima Dobrovolskij ist ein Künstler aus Berlin, dessen Arbeit aus Brüchen, Perspektivwechseln und dem Drang nach Freiheit im Ausdruck entsteht. Geprägt von Migration, verschiedenen Sprachen und kulturellen Wirklichkeiten entwickelte sich früh ein Blick für Mehrdeutigkeit, Reibung und das, was zwischen Menschen unausgesprochen bleibt. Aus einem Leben zwischen Sprachen, Brüchen und fragmentierten Zugehörigkeiten wurde die Collage nicht nur Medium, sondern Methode: ein Versuch, das Zersplitterte neu zu lesen und anders zusammenzusetzen. Collage ist hier nicht nur Technik, sondern Denkform — ein Arbeiten mit Fragmenten, aus denen neue Wirklichkeiten entstehen.

Bevor die bildende Kunst in den Vordergrund trat, war Sprache das erste künstlerische Medium. Rap, Lyrik und kollektive Musikarbeit bildeten über Jahre einen wichtigen Ausdrucksraum. Insgesamt entstanden sieben Alben mit mehr als 200 Songs. Rhythmus, Direktheit und poetische Verdichtung wirken bis heute in die visuelle Praxis hinein. Seine Hip-Hop-Jahre fanden Eingang in die Literatur: In Merle Hilbks Chaussee der Enthusiasten ist dieser Lebensphase ein Kapitel gewidmet. Ebenso prägend war die Berliner Hip-Hop- und Veranstaltungskultur, in der über viele Jahre Festivals und kulturelle Formate organisiert wurden.

Ergänzt wurde diese Praxis durch die Mitwirkung an mehreren medialen Produktionen und gesellschaftlich orientierten Projekten, darunter Kooperationen mit Salome von Berlin. Die entstandenen Formate fanden große Resonanz und schärften den Blick für visuelle Kommunikation, kulturelle Vermittlung und die Wirkung von Bildern im öffentlichen Raum.

Dima Dobrovolskij bewegt sich bewusst zwischen Widersprüchen: Analyse und Intuition, Zärtlichkeit und Härte, politische Wachheit und poetische Offenheit. Seine Arbeiten suchen nicht das Glatte oder rein Dekorative, sondern Spannung, Haltung und innere Wahrhaftigkeit. Berlin war dafür lange ein wichtiger Reibungsraum. Doch Bewegung bleibt Teil dieses Weges. So entsteht eine Praxis, die provozieren, verbinden, analysieren und transformieren will — ohne sich in eindeutigen Zuschreibungen festzusetzen.

Aktuell in Arbeit

Derzeit entstehen mehrere Werkserien und konzeptuelle Projekte an der Schnittstelle von Collage, Recherche und gesellschaftlicher Beobachtung. Im Zentrum stehen Fragen nach Wahrnehmung, Verantwortung, Gewalt und dem Verhältnis zwischen innerer und äußerer Wirklichkeit.

FIELD 28 — Künstlerische Forschungsreise

Für 2028 bereite ich eine einjährige künstlerische Forschungsreise durch zwölf Länder vor. Sie ist Teil meiner langfristigen Forschung zur Symbiose und untersucht, wie sich Wahrnehmung und Beziehungen durch Ortswechsel, Begegnung und Perspektivwechsel verändern.

Zwölf Leitfragen bilden den Ausgangspunkt der Reise. Sie beschäftigen sich mit dem Verhältnis von Mensch, Umwelt und gesellschaftlichen Strukturen und werden an jedem Ort neu betrachtet. Dabei geht es nicht darum, universelle Antworten zu finden, sondern darum, Unterschiede, Widersprüche und lokale Wirklichkeiten sichtbar zu machen und die eigene Perspektive durch andere Perspektiven verändern zu lassen.

Die Reise verbindet künstlerische Recherche mit Residenzaufenthalten, Begegnungen, Gesprächen und Zusammenarbeit vor Ort. Gesammelte Materialien, Beobachtungen, Stimmen und Erfahrungen werden Teil eines wachsenden Archivs und fließen in Collagen, Zeichnungen, Materialarbeiten sowie Audio- und Videoarbeiten ein.

Die Forschung beginnt bereits vor der Reise in Deutschland. Ab 2028 wird sie international weitergeführt – jeder Ort erweitert das Projekt um neue Beziehungen, Materialien und Perspektiven.

Der fortlaufende Forschungsprozess, die zwölf Leitfragen, Quellen und entstehenden Materialien werden im Research Space 28 dokumentiert.

365 Tages Kalender

Ein fortlaufendes Kalenderprojekt mit täglichen Bild- und Textimpulsen, das zur Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenslage und den Spannungen der Gegenwart einlädt.

Deconstruct Patriarchy

Ein interdisziplinäres Projekt zur Dekonstruktion patriarchaler Strukturen durch visuelle, digitale und auditive Arbeiten. Geplant ist eine wachsende Plattform für neue Narrative, Perspektivwechsel und generationsübergreifenden Austausch.

Exhibitions

  • group: 05.06 – 26.07.25 / Fresh Legs Berlin
  • group: 14.03 – 02.04.25 / 48. Kunstpreis der Kulturstiftung der Sparkasse
    Karlsruhe
  • duo: 24.11-26.11.23 / Weihnachsmythologie und Kommerz with Sebastian Herrling
    Bass CS Gallery / Berlin
  • duo: 08.07.2023 Beziehungsweise
    Kunst im Park Mauerpark/ Berlin
  • group: 16.02 – 11.03.23 CUT + PASTE
    LiTE-HAUS Galerie / Berlin
  • solo: 13.01.23 Deckensprung
    Bass CS Gallery / Berlin
  • group: 26.04-23.05. 22 Der Herr ist mein Hirte – Psalm 23 – Berlin / Zwitschermaschine
  • solo: 30.04–8.05.22 / Perspektiven runden Winkel
    Atelierhof Kreuzberg / Berlin
  • workshop: 13.04.22 / Workshop – Abstrakte Collage
    LAB.57 / Artspring / Berlin
  • solo: 11.04–17.04.22 / Pop up store
    LAB.57 / Artspring / Berlin
  • solo: 13.12-10.01.21 / ddetox
    BAS CS Gallery / Berlin
  • group: 28.04-7.05.21 / Magic Mystery Tour
    Vinogradov Gallery / Berlin
  • duo: 15.04-26.04.21 / Perfektionismus Maximus with Lisa d.Robin
    Vinogradov Gallery / Berlin
  • solo: 06.07-18.07.20 / pop up store
    BIO COMPANY GmbH
  • solo: 31.01-02.07.20 / woman
    Petersburg Art Space / Berlin
  • Online: 17.04-20.04.20 Art Gallery
    Ostanders / Nürnberg
  • group: 8.08.20 / Battle of the formats, circles against squares
    BAS Gallery / Berlin
  • workshop: 13.04.20/ Workshop
    Abstract Collage / Berlin
  • workshop: 21.10.20/ Workshop
    Abstract Collage / Berlin